Ratgeber

Praxisabgabe: Wie verkaufe ich meine Arztpraxis?

Hier erfahren Sie, was bei der Praxisabgabe auf Sie zukommt: Wie finde ich eine Nachfolge? Wie erziele ich den besten Verkaufspreis und wie organisiere ich die Praxisübernahme? Außerdem erhalten Sie hier Tipps zu Rechts-, Steuer- und Finanzfragen.

Praxisabgabe mediserv Bank

Muss ich meinen Praxissitz ausschreiben?

Bei der Praxisabgabe sind Zulassungssperren zu beachten, wenn Sie eine Kassenzulassung haben. Befindet sich Ihre Praxis in einem offenen Planungsbereich, können Sie ohne Regularien eine Nachfolger suchen. Bei einem geschlossenen Planungsbereich ist es Vorschrift, den Vertragsarztsitz über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) ausschreiben zu lassen. Dies gilt auch dann, wenn Sie schon eine Interessentin / einen Interessenten für Ihre Praxis gefunden haben. Der Zulassungsausschuss der KV muss Ihre(n) Wunschnachfolge genehmigen.

Die KV kann jedoch auch ein Nachbesetzungsverfahren ablehnen, wenn eine Nachbesetzung aus Sicht der KV für die Patientenversorgung nicht erforderlich ist. In diesem Fall muss die KV Ihnen als Vertragsärztin/-arzt eine Entschädigung in Höhe des Verkehrswerts der Praxis zahlen.

Unser Tipp:

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1. Planung von langer Hand zahlt sich aus

Sie möchten in einigen Jahren in Rente gehen oder Ihre Praxis aus anderen Gründen veräußern? Beginnen Sie am besten schon jetzt, die Abgabe vorzubereiten: Zu empfehlen ist ein Vorlauf von 5 Jahren, damit Sie zum Beispiel wie geplant in den Ruhestand gehen können. Lassen Sie sich von Expertinnen/Experten in rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Belangen beraten.

Unser Tipp:

Die Expertinnen/Experten für Rechts- und Steuerfragen in unseren Kompetenzzentren helfen Ihnen gerne, die Praxisabgabe vorzubereiten – kostenfrei und bei Ihnen vor Ort.

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2. Rechtzeitig einen Nachfolger finden

Eine erfolgreiche Übergabe steht und fällt mit einer geeigneten Kandidatin / einem geeigneten Kandidaten für die Nachfolge. So klappt es schneller:

3. Durch Investitionen den Praxiswert erhöhen

Die Zeiten, in denen sich Arztpraxen wie von allein verkauft haben, gehören der Vergangenheit an: Viele Ärztinnen/Ärzte ziehen heute eine Festanstellung dem unternehmerischen Risiko der Selbstständigkeit vor. In vielen Fällen lohnt es sich daher, den Wert Ihrer Praxis durch Investitionen gezielt zu steigern.

Dazu gehören neben der Ausstattung mit modernen medizinischen Geräten zum Beispiel auch eine digitale Patientenverwaltung, ein digitales patientenorientiertes Terminmanagement und ein funktionierendes Qualitätsmanagement.

Schließlich erhöhen auch ansprechende und leicht auffindbare Onlineauftritte die Attraktivität Ihrer Praxis für potenzielle Nachfolgerinnen/Nachfolger. Es lohnt sich daher, die Praxis-Website zu optimieren und auf Social-Media-Plattformen präsent zu sein.

Lesen Sie dazu auch unsere Tipps für ein erfolgreiches Praxismarketing.

4. Wie ermittele ich den Wert meiner Praxis?

Der Verkaufspreis Ihrer Praxis wird anhand von 2 Werten ermittelt: dem Substanzwert und dem sogenannten Goodwill. Der Substanzwert umfasst das Inventar der Praxis einschließlich aller medizinischen Geräte. Bei dem Goodwill handelt es sich um den ideellen Praxiswert. Dieser bemisst sich auch nach der Lage der Praxis, dem Bekanntheitsgrad, der Patientenstruktur und der Qualifizierung der Mitarbeitenden. Basis für die Berechnung ist oft der durchschnittliche Umsatz der letzten Jahre.

5. So sparen Sie Steuern

Augen auf! Vielen Praxisabgebenden stehen steuerliche Vorteile zu. Für den zu versteuernden Gewinn aus dem Verkauf Ihrer Praxis können Sie einmalig einen Freibetrag von bis zu 45.000 € in Anspruch nehmen und außerdem die Besteuerung zum halben Steuersatz beantragen, wenn Sie …

Auch der Zeitpunkt, zu dem Sie die Praxis verkaufen, kann sich positiv oder negativ auf Ihren Steuersatz auswirken. Ihre Steuerberaterin / Ihr Steuerberater kann Sie am besten dazu beraten.

6. Was wird aus dem Praxisteam?

Aus rechtlicher Sicht ist der Praxisverkauf ein Betriebsübergang – dies bedeutet, dass alle Arbeitsverhältnisse automatisch auf die neue Praxisinhaberin / den neuen Praxisinhaber übergehen. Während neue Arbeitgebende nach der Übernahme kein Kündigungsrecht haben, dürfen die Praxismitarbeitenden jedoch widersprechen. Ebenso gehen auch alle arbeitsrechtlichen Zusagen (zum Beispiel Weihnachtsgeld, 13. Monatsgehalt) auf Praxisnachfolgerinnen/-nachfolger über.

Informieren Sie daher Ihr Praxisteam möglichst frühzeitig, um Probleme bei der Übergabe zu vermeiden.

7. Was passiert mit den Patientenakten?

Bevor Sie die Patientenunterlagen an Ihre Nachfolger übergeben, benötigen Sie die Einwilligung Ihrer Patientinnen/Patienten. Liegt deren Zustimmung nicht vor, verstößt die Übergabe der Unterlagen gegen die Schweigepflicht.

Unser Tipp:

Prüfen Sie, ob Ihre Berufshaftpflichtversicherung auch eine Nachhaftung umfasst. Diese Zusatzvereinbarung sichert Sie ab, wenn Krankenkassen oder Patientinnen/Patienten erst nach Beendigung der Haftpflichtversicherung Ansprüche auf Schadensersatz erheben.

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8. Den Kaufvertrag abschließen

Für den Abschluss eines Praxiskaufvertrags gibt es keine formalen Vorschriften. Nur wenn Sie auch ein Grundstück mitverkaufen, müssen Sie den Kaufvertrag beim Notar beurkunden lassen. Der Praxiskaufvertrag muss folgende Punkte aufführen:

Unser Tipp:

Der Übernahmevertrag sollte erst wirksam werden, wenn Ihre Wunschkandidatin / Ihr Wunschkandidat eine Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung erhalten hat. Daher ist es ratsam, einen Termin festzulegen, an dem beide Vertragspartnerinnen/-partner vom Vertrag zurücktreten können, wenn bis dahin keine Zulassung erteilt wurde.

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Nach dem Praxisverkauf: Legen Sie Ihren Gewinn sicher an

Sie suchen nach einer Option, Ihren Gewinn aus dem Praxisverkauf profitabel anzulegen? Wir bieten Ihnen solide Geldanlagen zu Topkonditionen – zum Beispiel als Festgeld oder Tagesgeld. Unsere Expertenteams beraten Sie unverbindlich – kontaktieren Sie uns!

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KOSTENLOSE CHECKLISTE ZUR PRAXISABGABE

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